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		<title>Und schluss&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 14:48:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Heléne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Da sich am Sonntag mal wieder die Brandnacht jährt, möchte ich zunächst auf den Artikel, den ich letztes Jahr dazu geschrieben hatte, hinweisen. Ansonsten sehe ich mich ab sofort nicht mehr in der Lage weiterhin zu bloggen. Hiermit ist schluss. Wenn man etwas in seiner Freizeit betreibt, kann es kompliziert werden, wenn man Menschen, die dasselbe [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=renegadenation.wordpress.com&amp;blog=10541684&amp;post=3448&amp;subd=renegadenation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da sich am Sonntag mal wieder die Brandnacht jährt, möchte ich zunächst auf <a href="http://renegadenation.wordpress.com/2010/09/09/brandnacht/">den Artikel, den ich letztes Jahr dazu geschrieben hatte</a>, hinweisen.</p>
<p>Ansonsten sehe ich mich ab sofort nicht mehr in der Lage weiterhin zu bloggen. Hiermit ist schluss. Wenn man etwas in seiner Freizeit betreibt, kann es kompliziert werden, wenn man Menschen, die dasselbe professionell betreiben, ein Dorn im Auge ist. Der zeitliche Aufwand, der für sich schon sehr groß ist, ist dadurch nicht mehr gerechtfertigt, wenn man darüber hinaus auch noch so etwas wie ein Leben haben will.</p>
<p><span id="more-3448"></span></p>
<p>Das Internet ist nur dann als Gegenöffentlichkeit tauglich, wenn man bereit ist, diese Zeit hineinzustecken und anderes dafür zu vernachlässigen. Das bin ich nicht. Und deshalb ist jetzt schluss.</p>
<p>Es ist schade um die viele Arbeit, die ich in dieses Blog gesteckt habe. Es ist auch schade, um die Erkenntnisse, die mir der Dialog mit Lesern gebracht hat. Ich werde jetzt nicht aufhören, mich weiter mit der Geschichte oder der Politik Darmstadts zu beschäftigen. Nur &#8211; so wie früher &#8211; eben nicht mehr öffentlich. Es ist mir einfach zu mühselig ständig bedenken zu müssen, ob nicht irgendein Wort, das man in einem Beitrag schreibt, irgendwer glaubt, als Beleidigung oder Lüge wahrnehmen zu müssen und mich dann zu Handlungen zwingt (wie z.B. einem Rechtstreit), die ich nicht tun will.</p>
<p>Und weil das nicht unbedingt nur bei neuen Blogeinträgen der Fall sein könnte, sondern auch bei jenen, die schon Jahre alt sind, werde ich nicht nur das Bloggen einstellen, sondern den Blog auch komplett löschen. Jeder weiß nun, dass ich mich von Anwaltspost mehr beeindrucken lasse als ich nach unserem Grundgesetz eigentlich müsste. Man stelle sich nur vor, was das bedeutet, wenn jemand einen befreundeten Anwalt hätte, der einen Schriftsatz auch mal umsonst für einen losschickt und nicht so schnell moralische Bauchschmerzen bekommt, weil er gerade Rechte, für die Menschen sterben mussten, damit wir sie heute genießen, mit Füßen tritt. Hypothetisch gesprochen, wie ich dazu anmerken muss. Ich habe jetzt gelernt, dass nichts eine Meinungsäußerung ist ohne mehrseitige Erklärungen, die ständig wiederholen, dass das allein meine &#8211; und nur meine &#8211; Meinung ist. <strong>Ob so etwas tatsächlich geschieht, kann ich nicht wissen!</strong></p>
<p>Keine Sorge, wer gerne einen der Blogeinträge behalten möchte, hat dazu noch ausreichend Gelegenheit. Ich werde die Löschung nicht in den nächsten Wochen durchführen, so dass jeder ausreichend Zeit haben sollte, abzuspeichern, was auch immer er behalten möchte. Er sollte sich allerdings beeilen, irgendwann im Laufe des Jahres wird alles weg sein.</p>
<p>Vorausgesetzt natürlich nur, dass sich keine Notwendigkeit für mich einstellen sollte, Öffentlichkeit herstellen zu müssen. Das ließe sich aber selbst nach Löschung des Blogs auf andere Weise sicher ohne große Schwierigkeiten erreichen. Mein Rückzug geschieht aus dem tiefen Verlangen heraus, mich einem nervtötenden Rechtstreit zu entziehen. Nicht etwa, weil ich den Rechtstreit verlieren würde. Das würde ich nicht. Wenn jemand jedoch meint, mich dennoch &#8211; auch nach dieser Ankündigung - mit einem Rechtstreit belästigen zu müssen, dem sollte klar sein, dass ich dann ja keinen Grund mehr hätte, mich deshalb zurück zu ziehen. Es würden allerlei interessanter Dinge ans Tageslicht kommen. Man soll keine schlafenden Hunde wecken.</p>
<p>Sollte das nicht nötig sein, ist das Spielchen für mich jetzt vorbei. Ich ziehe meine Konsequenzen, ich hoffe, dass andere ihre eigenen Konsequenzen ziehen. Denn eines sollte jedem klar sein: <strong>Die Welt, die man erschafft, ist die Welt, in der man dann selbst leben muss. </strong>Gewisse Leute müssen nun damit leben, was sie geschaffen haben. Ich befreie mich hiermit davon.</p>
<p><em>So long, and thanks for all the fish</em></p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://renegadenation.wordpress.com/2011/09/08/und-schluss/"><img src="http://img.youtube.com/vi/ck3wa-VlsZM/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>&#8212;</p>
<p>PS: Wer glaubt, ich habe mit diesem Posting gegen die getroffene Vereinbarung verstoßen, dem sei gesagt, dass ich diese gar nicht unterschrieben habe und es auch nicht werde. Ich habe sie zwei Tage auf meinem Schreibtisch liegen gehabt und versucht zu unterschreiben, aber obwohl die Vereinbarung das Ergebnis von Verhandlungen war, denen ich selbst zugestimmt hatte, konnte ich es nicht. So sehr ich es auch versucht habe, ich konnte meine Unterschrift nicht unter einen Vertrag setzen, mit dem ich eines meiner elementarsten Grundrechte beschneide. Jeder Muskel in meinem Körper hat sich dagegen gewehrt. So feige mein Rückzug sein mag, es gibt Dinge in mir, die stärker sind als meine Feigheit. Und diese Dinge haben den Gewissenskonflikt, der mich zwei Tage lang nicht hat ruhig schlafen lassen, gewonnen. Ich kann diese Unterschrift nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Wer mich dafür verurteilen will, muss das mit seinem eigenen Gewissen ausmachen.</p>
<p>Ich werde mich dennoch ab sofort - als eine Art <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gentlemen%E2%80%99s_Agreement">Gentlemen&#8217;s Agreement</a></em> &#8211; an den Inhalt der Vereinbarung und mein Angebot halten (allein dieser -hoffentlich- letzte Blogeintrag zeigt, dass ich das ernst meine), sofern ich nicht zu anderem Handeln gezwungen werde. Aber ich hätte nicht mehr in den Spiegel schauen können, hätte ich mir selbst mit meiner Unterschrift jeglichen Kommentar prinzipiell und für alle Zeiten verboten und zudem jemand anderem die alleinige Interpretation darüber überlassen, ob ich im Zweifelsfall dagegen verstoßen habe. Sollte wegen dieser fehlenden Unterschrift jemand meinen, eine Klage einreichen zu müssen, dann soll er das tun. Dann sehen wir uns bald alle wieder hier. Denn eines ist auch klar: so groß meine Abneigung gegenüber einem Rechtstreit ist, wenn ich ihn nur verhindern kann, indem ich etwas tue, gegen das ich eine noch größere Abneigung habe, wird das verständlicherweise nicht funktionieren.</p>
<p>Sollte ich jetzt also noch einmal Anwaltspost erhalten, so muss die Frage gestellt werden, wieso, wo das, was mit der ursprünglichen Abmahnung erreicht werden sollte, erreicht wurde. Das müsste man dann als Versuch der Demütigung interpretieren und ich bezweifle, dass das das bisschen Aufmerksamkeit rechtfertigt&#8230;</p>
<p>Als letzten Satz zum Nachdenken: Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass man ständig seine Meinung sagen <em>muss</em> (deswegen kann man mir auch vertrauen, wenn ich sage, dass ich die Klappe halte), aber prinzipiell auch rein hypothetisch auf die Möglichkeit der Meinungsäußerung zu verzichten, ist gegenüber den vielen Menschen, die dafür gestorben sind, dass wir dieses Recht haben, nicht zu rechtfertigen.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://renegadenation.wordpress.com/category/allgemein/'>Allgemein</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/renegadenation.wordpress.com/3448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/renegadenation.wordpress.com/3448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/renegadenation.wordpress.com/3448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/renegadenation.wordpress.com/3448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/renegadenation.wordpress.com/3448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/renegadenation.wordpress.com/3448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/renegadenation.wordpress.com/3448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/renegadenation.wordpress.com/3448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/renegadenation.wordpress.com/3448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/renegadenation.wordpress.com/3448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/renegadenation.wordpress.com/3448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/renegadenation.wordpress.com/3448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/renegadenation.wordpress.com/3448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/renegadenation.wordpress.com/3448/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=renegadenation.wordpress.com&amp;blog=10541684&amp;post=3448&amp;subd=renegadenation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Zitate</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 08:11:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Heléne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir verbrennen zwar keine Hexen mehr, aber dafür jeden Brief, worin eine derbe Wahrheit gesagt wird. Georg Christoph Lichtenberg Man muß verdienten und unverdienten Tadel ertragen können, sobald einem an der guten Meinung anderer etwas gelegen ist, weil man nur dadurch fähig wird, seine Fehler zu verbessern oder die ungerechten Urteile zu widerlegen, welche gegen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=renegadenation.wordpress.com&amp;blog=10541684&amp;post=3453&amp;subd=renegadenation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-3453"></span></p>
<blockquote><p>Wir verbrennen zwar keine Hexen mehr, aber dafür jeden Brief, worin eine derbe Wahrheit gesagt wird.<br />
<em>Georg Christoph Lichtenberg</em></p></blockquote>
<blockquote><p>Man muß verdienten und unverdienten Tadel ertragen können, sobald einem an der guten Meinung anderer etwas gelegen ist, weil man nur dadurch fähig wird, seine Fehler zu verbessern oder die ungerechten Urteile zu widerlegen, welche gegen uns gefällt werden.<br />
<em>George Washington</em></p></blockquote>
<blockquote><p>Wenn nicht Meinung gegen Meinung offen gesagt wird, läßt sich die bessere nicht herausfinden.<br />
<em>Herodot</em></p></blockquote>
<blockquote><p>Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können.<br />
<em>Voltaire</em></p></blockquote>
<blockquote><p>Was wäre aus mir geworden, wenn ich nicht gelernt hätte, die Meinung anderer zu respektieren.<br />
<em>Johann Wolfgang von Goethe</em></p></blockquote>
<blockquote><p>Die Heuchelei ist ein privilegiertes Laster, das mit seiner eigenen Hand aller Welt den Mund verschließt und in Ruhe seine Straflosigkeit genießt.<br />
<em>Molière</em></p></blockquote>
<p>&#8212;-</p>
<blockquote><p>Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.<br />
<em>Bertold Brecht</em></p></blockquote>
<p>&#8212;-</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Code of Silence</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 11:09:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Heléne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Code of Silence Grushecky/Springsteen There&#8217;s a code of silence we don&#8217;t dare speak There&#8217;s a wall between us and a river so deep We keep pretending that there&#8217;s nothing wrong But there&#8217;s a code of silence and it can&#8217;t go on Is the truth so elusive, so elusive you see That it ain&#8217;t enough baby [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=renegadenation.wordpress.com&amp;blog=10541684&amp;post=3442&amp;subd=renegadenation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://renegadenation.wordpress.com/2011/09/07/code-of-silence/"><img src="http://img.youtube.com/vi/Td1ZlETZVs0/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p><span id="more-3442"></span></p>
<blockquote><p><strong>Code of Silence</strong><br />
Grushecky/Springsteen</p>
<p>There&#8217;s a code of silence we don&#8217;t dare speak<br />
There&#8217;s a wall between us and a river so deep<br />
We keep pretending that there&#8217;s nothing wrong<br />
But there&#8217;s a code of silence and it can&#8217;t go on</p>
<p>Is the truth so elusive, so elusive you see<br />
That it ain&#8217;t enough baby<br />
To bridge the distance between you and me<br />
There&#8217;s a list of grievance 100 miles long<br />
There&#8217;s a code of silence and it can&#8217;t go on</p>
<p>Well you walk with your eyes open<br />
But your lips they remain sealed<br />
While the promises we made are broken<br />
Beneath the truth we fear to reveal<br />
Now I need to know now darlin&#8217;<br />
I need to know what&#8217;s goin&#8217; on<br />
So c&#8217;mon c&#8217;mon c&#8217;mon c&#8217;mon c&#8217;mon c&#8217;mon c&#8217;mon</p>
<p>Well you walk with your eyes open<br />
But your lips they remain sealed<br />
While the promises we made are broken<br />
Someday the truth gonna be revealed<br />
Now I need to know now darlin&#8217;<br />
I need to know what&#8217;s goin&#8217; on<br />
So c&#8217;mon c&#8217;mon c&#8217;mon c&#8217;mon c&#8217;mon c&#8217;mon c&#8217;mon c&#8217;mon<br />
C&#8217;mon c&#8217;mon c&#8217;mon c&#8217;mon c&#8217;mon c&#8217;mon c&#8217;mon</p>
<p>There&#8217;s a code of silence that we don&#8217;t dare speak<br />
There&#8217;s a wall between and the river&#8217;s so deep<br />
We keep pretending that there&#8217;s nothing wrong<br />
But there&#8217;s a code of silence and it can&#8217;t go on</p></blockquote>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://renegadenation.wordpress.com/category/allgemein/'>Allgemein</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/renegadenation.wordpress.com/3442/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/renegadenation.wordpress.com/3442/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/renegadenation.wordpress.com/3442/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/renegadenation.wordpress.com/3442/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/renegadenation.wordpress.com/3442/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/renegadenation.wordpress.com/3442/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/renegadenation.wordpress.com/3442/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/renegadenation.wordpress.com/3442/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/renegadenation.wordpress.com/3442/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/renegadenation.wordpress.com/3442/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/renegadenation.wordpress.com/3442/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/renegadenation.wordpress.com/3442/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/renegadenation.wordpress.com/3442/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/renegadenation.wordpress.com/3442/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=renegadenation.wordpress.com&amp;blog=10541684&amp;post=3442&amp;subd=renegadenation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Ab sofort&#8230;</title>
		<link>http://renegadenation.wordpress.com/2011/09/06/ab-sofort/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 14:04:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Heléne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;müssen alle Kommentare erst von mir freigeschaltet werden. Das heißt, wenn Ihr kommentiert, kann es &#8211; je nach dem wie lange ich nicht im Netz bin (vor allem nachts also) &#8211; eine Weile dauern, bis die Kommentare tatsächlich erscheinen. Davon abgesehen möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich für die viele Unterstützung in den letzten Tagen zu bedanken&#8230; [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=renegadenation.wordpress.com&amp;blog=10541684&amp;post=3435&amp;subd=renegadenation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;müssen alle Kommentare erst von mir freigeschaltet werden. Das heißt, wenn Ihr kommentiert, kann es &#8211; je nach dem wie lange ich nicht im Netz bin (vor allem nachts also) &#8211; eine Weile dauern, bis die Kommentare tatsächlich erscheinen.</p>
<p>Davon abgesehen möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich für die viele Unterstützung in den letzten Tagen zu bedanken&#8230;</p>
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		<title>Tag des offenen Denkmals/Frankenstein</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 13:12:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Heléne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Burg Frankenstein]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichtsverein Eberstadt-Frankenstein]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungshinweis]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Sonntag, den 11. September 2011, dem diesjährigen Tag des offenen Denkmals, veranstaltet der Geschichtsverein Eberstadt-Frankenstein wieder Burgführungen. Im Gegensatz zu gewissen anderen Angeboten kostenlos und historisch seriös. Einsortiert unter:Geschichte<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=renegadenation.wordpress.com&amp;blog=10541684&amp;post=3352&amp;subd=renegadenation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Sonntag, den 11. September 2011, dem diesjährigen Tag des offenen Denkmals, veranstaltet der Geschichtsverein Eberstadt-Frankenstein wieder Burgführungen. Im Gegensatz zu gewissen anderen Angeboten kostenlos und historisch seriös.</p>
<p><a href="http://renegadenation.files.wordpress.com/2011/08/burgfuhrung2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3355" title="Tag des offenen Denkmals" src="http://renegadenation.files.wordpress.com/2011/08/burgfuhrung2.jpg?w=208&#038;h=300" alt="" width="208" height="300" /></a><a href="http://renegadenation.files.wordpress.com/2011/08/burgfuhrung1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3354" title="Tag des offenen Denkmals" src="http://renegadenation.files.wordpress.com/2011/08/burgfuhrung1.jpg?w=206&#038;h=300" alt="" width="206" height="300" /></a></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://renegadenation.wordpress.com/category/geschichte/'>Geschichte</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/renegadenation.wordpress.com/3352/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/renegadenation.wordpress.com/3352/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/renegadenation.wordpress.com/3352/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/renegadenation.wordpress.com/3352/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/renegadenation.wordpress.com/3352/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/renegadenation.wordpress.com/3352/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/renegadenation.wordpress.com/3352/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/renegadenation.wordpress.com/3352/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/renegadenation.wordpress.com/3352/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/renegadenation.wordpress.com/3352/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/renegadenation.wordpress.com/3352/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/renegadenation.wordpress.com/3352/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/renegadenation.wordpress.com/3352/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/renegadenation.wordpress.com/3352/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=renegadenation.wordpress.com&amp;blog=10541684&amp;post=3352&amp;subd=renegadenation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die Welt der ältesten Darmstädter</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Aug 2011 13:15:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Heléne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Frühgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Jorns]]></category>

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		<description><![CDATA[Übrigens, wer sich für die Frühgeschichte des Darmstädter Siedlungsraums interessiert: in der Digitalen Sammlung der TU findet sich auch eine - leider nicht sehr sauber (viel zu wenig Kontrast!) - gescannte Version des Aufsatzes von Werner Jorns &#8222;Aus der Welt der ältesten Darmstädter von der Steinzeit bis zum frühen Mittelalter&#8220;: http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/61-A-138/0020?sid=8206cc0f61927b889793989410867a00 &#8230; Die etwa 50 Jahre alte Abhandlung ist [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=renegadenation.wordpress.com&amp;blog=10541684&amp;post=3332&amp;subd=renegadenation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Übrigens, wer sich für die Frühgeschichte des Darmstädter Siedlungsraums interessiert: in der Digitalen Sammlung der TU findet sich auch eine - leider nicht sehr sauber (viel zu wenig Kontrast!) - gescannte Version des Aufsatzes von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Jorns">Werner Jorns</a> &#8222;Aus der Welt der ältesten Darmstädter von der Steinzeit bis zum frühen Mittelalter&#8220;: <a href="http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/61-A-138/0020?sid=8206cc0f61927b889793989410867a00">http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/61-A-138/0020?sid=8206cc0f61927b889793989410867a00</a> &#8230;</p>
<p>Die etwa 50 Jahre alte Abhandlung ist natürlich in vielen Punkten etwas überholt. Auch würde ich Jorns Ausführungen an verschiedenen Stellen widersprechen, trotzdem ist es nach wie vor eine, wenn nicht sogar <em>die</em> ausführlichste Darstellung der archäologischen Erkenntnisse des Darmstädter Siedlungsraums für die Zeit vor der fränkischen Landnahme.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://renegadenation.wordpress.com/category/geschichte/'>Geschichte</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/renegadenation.wordpress.com/3332/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/renegadenation.wordpress.com/3332/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/renegadenation.wordpress.com/3332/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/renegadenation.wordpress.com/3332/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/renegadenation.wordpress.com/3332/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/renegadenation.wordpress.com/3332/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/renegadenation.wordpress.com/3332/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/renegadenation.wordpress.com/3332/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/renegadenation.wordpress.com/3332/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/renegadenation.wordpress.com/3332/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/renegadenation.wordpress.com/3332/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/renegadenation.wordpress.com/3332/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/renegadenation.wordpress.com/3332/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/renegadenation.wordpress.com/3332/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=renegadenation.wordpress.com&amp;blog=10541684&amp;post=3332&amp;subd=renegadenation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Sueben am Weißen Turm</title>
		<link>http://renegadenation.wordpress.com/2011/08/27/sueben-am-weisen-turm/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Aug 2011 10:02:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Heléne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Darmundestat]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Alamannen]]></category>
		<category><![CDATA[Franken]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulationen]]></category>
		<category><![CDATA[Sueben]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass die Franken, die ab dem 6. Jahrhundert nach Christus Südhessen besiedelten, als Ortsgründer Darmstadts vermutet werden, hatte ich schon des öfteren thematisiert. Ein Gräberfeld der Sueben aus dem 1. Jahrhundert vor Christus, das sich vom Weißen Turm in Richtung Marktplatz erstreckte, wird bei diesen Darstellungen jedoch meistens ignoriert. Ein solches Gräberfeld setzt eine nahgelegene Siedlung (oder zumindest ein dauerhaft [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=renegadenation.wordpress.com&amp;blog=10541684&amp;post=3231&amp;subd=renegadenation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass die Franken, die ab dem 6. Jahrhundert nach Christus Südhessen besiedelten, als Ortsgründer Darmstadts vermutet werden, hatte ich schon des öfteren thematisiert. Ein Gräberfeld der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sueben">Sueben</a> aus dem 1. Jahrhundert vor Christus, das sich vom Weißen Turm in Richtung Marktplatz erstreckte, wird bei diesen Darstellungen jedoch meistens ignoriert. Ein solches Gräberfeld setzt eine nahgelegene Siedlung (oder zumindest ein dauerhaft genutztes Lager) beinahe zwingend voraus.</p>
<p><span id="more-3231"></span></p>
<p>Auch die Sueben dürften sich den örtlichen Gegebenheiten unterworfen haben, was bedeutet, dass ihre Siedlung entweder auf der Erhöhung Richtung Stadtkirche oder &#8211; wie das spätere Darmundestat &#8211; auf der Anhöhe östlich des Schlosses stand. Es ist anzunehmen, dass es einen Vorläufer der Bergstraße bereits damals &#8211; in vorrömischer Zeit &#8211; gegeben hat. An diesem Verkehrsweg dürfte sich die Siedlung orientiert haben.</p>
<p>Die Franken dagegen sind mit einem Gräberfeld am Luisenplatz nachweisbar, das sich dort befand, wo heute das Kollegiengebäude steht. Das ist auffällig abseits des erwähnten Verkehrsweges. Im Zusammenhang mit ebenfalls fränkischen Funden an der ehemaligen Windmühle auf halbem Weg zwischen Darmstadt und Weiterstadt, einem Siedlungsort, den die Franken vermutlich von den Alamannen übernahmen aber schon früh wieder aufgaben, wirft dies die Frage auf, ob die Franken sich vielleicht schrittweise von Westen/Nordwesten Darmstadt genähert haben. Dies könnte auch erklären, warum es keine -stat-Orte zwischen Frankfurt und nördlich einer gedachten Linie von Königstädten bis Stockstadt am Main gibt. Die Besiedlungswelle kam einfach aus einer anderen Richtung.</p>
<p>Oder es stützt eine andere Theorie, nämlich das Darmstadt ursprünglich eine alamannische Siedlung war. Das Gräberfeld der Sueben würde gut in dieses Bild passen, denn die Sueben gingen später im Großstamm der Alamannen auf. Zur Zeit der Franken waren die Namen Sueben und Alamannen schon mehr oder weniger zu Synonymen geworden.</p>
<p>Aber waren diese Sueben überhaupt noch da, als die Franken kamen? Woher kamen die Sueben überhaupt? Und wieso siedelten sie gerade hier?</p>
<p>Das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Sueben war wohl der Ostseeraum, in etwa die Gegend des heutigen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Ähnlich wie die Sachsen waren die Sueben ein Zusammenschluss mehrerer germanischer Stämme, darunter die Langobarden, die Semnonen und die Markomannen. Vermutlich zwangen Bevölkerungswachstum und Klimaveränderungen zumindest Teile der Sueben dazu, neues Siedlungsgebiet zu suchen. Sie kamen im 1. Jahrhundert vor Christus nach Südwestdeutschland in das Gebiet zwischen Rhein, Main und Donau, wo der keltische Stamm der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Helvetier">Helvetier</a> laut <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ptolem%C3%A4us">Ptolomäus</a> die &#8222;helvetische Einöde&#8220; hinterlassen hatte, als sie versuchten westlich des Rheins in Gallien Fuß zu fassen. Wahrscheinlich aber war das Gebiet grundsätzlich dünn besiedelt und Ptolomäus schrieb dies nur der Wanderbewegung der Helvetier zu. Vielleicht wurden die Helvetier von germanischen Stämmen wie den Sueben nach Süden in die heutige Schweiz und eben nach Westen verdrängt, ohne dass es einen tatsächlichen Einbruch in der (allerdings sehr geringen) Bevölkerungszahl gab. Das Gebiet, vor allem das südhessische Ried, waren als Siedlungsort wohl nur sehr bedingt geeignet. Zu groß war die Hochwassergefahr, zu sumpfig das Gelände.</p>
<p>Deshalb überschritten die Sueben unter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ariovist">Ariovist</a> auch bald den Rhein und unterwarfen die dort lebenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Haeduer">Haeduer</a>, die sich heftig gegen die Eroberungsversuche Roms gewehrt hatten, weshalb die Römer Ariovist zunächst als Freund ansahen. Dieser beanspruchte aber immer mehr von Gallien und stand damit den Eroberungsplänen Cäsars im Weg. Nach kurzer aber heftiger Auseinandersetzung konnte Cäsar die Sueben im Jahr 58 v. Chr. wieder zurück über den Rhein treiben.</p>
<p>Das Jahr der Auseinandersetzung Cäsars mit Ariovist fällt in die Zeit des suebischen Fundes am Weißen Turm. War hier eine kleine Siedlung vor Ariovists Überschreitung des Rheins angelegt worden? War es nur eine kurze Zwischenstation, bevor man weiterzog, vielleicht ein Winterquartier? Oder war es eine Siedlung, die von Sueben gegründet wurde, nachdem sie von Cäsar aus Gallien vertrieben worden waren?</p>
<p>Das Problem ist, dass die Quellen, die uns über die suebische Lebensweise Auskunft geben, befangen sind. Da war z.B. Cäsar selbst, der als einer der ersten ausführlich über die Sueben berichtete. Er hatte ein konkretes Interesse daran, die Germanen an sich und die Sueben im Speziellen als besonders kriegerisch, wild, unzivilisiert, gefährlich und nur durch Gewalt beherrschbar darzustellen. Weil er wusste, dass er militärisch nur die Rheingrenze halten konnte, musste er das Land westlich des Flusses als angestammte Heimat der Gallier bzw. Kelten darstellen und das Land östlich davon als Heimat der Germanen und somit auch als natürliche Grenze zwischen der Zivilisation und der Barbarei. Seine Darstellungen sind also verzerrt. Auch Tacitus, dessen Werk <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Germania_(Tacitus)">Germania</a> zu den wichtigsten antiken Quellen über die Germanen zählt, hatte nicht den Anspruch moderner Geschichtsforschung. Scheinbar nutzte er verschiedene Quellen von unterschiedlicher Qualität. Manches waren bloß Gerüchte. Außerdem hatte auch er politische Motive bei seiner Darstellung der Germanen. Er nutzte seine vordergründig ethnologische Abhandlung auch als Kritik an der römischen Gesellschaft und dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Prinzipat">Prinzipat</a>.</p>
<p>Wir müssen uns also auf allerlei Ungewissheiten stützen, wenn wir versuchen zu verstehen, wie die ersten Darmstädter Siedler wohl gelebt haben mochten.</p>
<p>Wahrscheinlich erscheint, dass die Sueben ein sehr mobiles Volk waren. Das ergibt sich schon allein dadurch, dass sie sich in relativ kurzer Zeit von der Ostsee bis nach Frankreich ausbreiteten. In gewisser Weise waren diese Völker noch nicht komplett bzw. dauerhaft sesshaft geworden, sondern reagierten auf veränderte Umweltbedingungen oder Bevölkerungswachstum relativ zügig. Dies machte die Herausbildung eines urbanen Systems mit bedeutendem Grundbesitz oder Prestigebauten schwierig, weshalb die suebischen Siedlungen lediglich kleine Ansammlungen einzelner Höfe gewesen sind, vermutlich nur einige wenige <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Langhaus_(Wohngeb%C3%A4ude)">Langhäuser</a>.</p>
<p>Aber war es wirklich eine dauerhafte Siedlung, die die Sueben hier errichtet hatten? Denkbar wäre auch, dass die Funde am Weißen Turm zu einer Art Vorposten oder Winterlager der Truppen Ariovists gehörten, bevor dieser den Rhein überschritt. Ohne weitere Funde ist dies nicht festzustellen. Und da die Germanen hauptsächlich mit Holz bauten und zudem eine stetige Überbauung des Geländes stattfand, wäre der direkte Nachweis der suebischen Siedlung mehr als nur ein bisschen Glück.</p>
<p>Die &#8211; archäologisch nicht zu beantwortende &#8211; Frage, ob die auf das 1. Jahrhundert vor Christus datierten Funde aus der Zeit vor Ariovists Rheinüberschreitung oder danach stammen, ist von entscheidender Bedeutung für die Frage, wieso es hier eine Siedlung gab. Gab es die Siedlung schon vorher, entstand sie wohl im Rahmen der Vorbereitungen des Feldzuges nach Gallien. Ansonsten war das Land als Siedlungsgebiet zu ungeeignet und die wenigen guten Siedlungsplätze teilweise noch von Kelten besetzt. Entstand sie erst nach 58 v.Chr. war sie Folge der Zurückschlagung durch Cäsar. Nur in letzterem Fall wäre eine längerfristige oder gar dauerhafte Ansiedlung der Sueben in Darmstadt denkbar. Eingepfercht zwischen den Römern im Westen und den immer noch nachrückenden germanischen Stämmen im Osten wären einige wenige suebische Familien eventuell gezwungen gewesen, in dieser relativ unwirtlichen Gegend dauerhaft zu siedeln. Dieser beiderseitige Druck hatte das mobile Volk zur endgültigen Sesshaftigkeit gezwungen.</p>
<p>Die Römer, die in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts nach Christus das Darmstädter Gebiet ihrem Reich einverleibt hatten, scheinen kein Interesse daran gehabt zu haben, im Innenstadtbereich zu siedeln. Ob man das als Indiz dafür sehen kann, dass hier bereits eine Siedlung stand oder doch eher dafür, dass Darmstadt einfach ein wenig geeigneter Siedlungsplatz war, ist ebenfalls nicht mehr zu entscheiden.</p>
<p>Prinzipiell denkbar wäre, dass mit der alamannischen Expansion ab dem 3. Jahrhundert diese Siedlung &#8220;entfernter Verwandter&#8220; als Stützpunkt gedient haben könnte, vorausgesetzt sie war zumindest rudimentär (d.h. in diesem Fall hölzern) befestigt. Die Lage an der Bergstraße unweit wichtiger Kreuzungspunkte von Römerstraßen würde dafür sprechen. Dann könnte man jenes im 11. Jahrhundert erstmals erwähnte &#8222;Darmundestat&#8220; als alamannische Nachfolgesiedlung des Suebendorfes ansehen und Darmstadt zusammen mit den übrigen -stat-Orten als alamannische Gründung identifizieren (wofür außerdem spricht, dass -stat-Orte bei den Franken nur in Grenzgebieten auftauchen, -stat scheinbar also keine typisch fränkische Ortsbezeichnung gewesen ist).</p>
<p>In dieser Zeit (nach dem Ende der römischen Herrschaft) gab es wohl neben germanischen und römischen Siedlungen auch noch keltische in unmittelbarer Nachbarschaft, was zeigt, dass eine einheitliche Kultur selbst auf so geringem Raum noch nicht vorhanden war. Zugleich muss die Bevölkerungsdichte äußerst gering gewesen sein. Wer hier lebte, war zum einen Grenzlandbewohner und zum anderen kaum den höheren sozialen Schichten zuzuordnen. Arme Bauern eben, die vom Gutdünken des jeweiligen Oberherrschers abhängig waren.</p>
<p>Wahrscheinlich ist die suebische Siedlung irgendwann einfach aufgegeben worden. Vielleicht gerade als die Römer die Gegend verließen, denn damit brach ein Wirtschaftsfaktor weg, den die nachrückenden Alamannen sicher nicht sofort ersetzten, zumindest nicht im gleichen Maße. Auch die Kelten, die nach den römischen Eroberungen zurück in diese Gegend gekommen waren, dürften mit dem allmählichen Niedergang des Römischen Reiches wieder verschwunden sein. Gerade diese Entvölkerung ermöglichte ja erst den systematischen Aufbau von Siedlungen unter den Alamannen und später unter den Franken.</p>
<p>Letztendlich bleibt es unklar. Eine kontinuierliche Besiedlung der Innenstadt seit dem 1. Jahrhundert vor Christus ist archäologisch nicht nachweisbar. Die Wahrscheinlichkeit, dass die suebische Siedlung aufgegeben wurde und die Franken später mehr zufällig am selben Ort (oder nahe davon) eine neue Siedlung gründeten, ist groß.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://renegadenation.wordpress.com/category/geschichte/darmundestat-geschichte/'>Darmundestat</a>, <a href='http://renegadenation.wordpress.com/category/geschichte/'>Geschichte</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/renegadenation.wordpress.com/3231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/renegadenation.wordpress.com/3231/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/renegadenation.wordpress.com/3231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/renegadenation.wordpress.com/3231/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/renegadenation.wordpress.com/3231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/renegadenation.wordpress.com/3231/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/renegadenation.wordpress.com/3231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/renegadenation.wordpress.com/3231/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/renegadenation.wordpress.com/3231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/renegadenation.wordpress.com/3231/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/renegadenation.wordpress.com/3231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/renegadenation.wordpress.com/3231/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/renegadenation.wordpress.com/3231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/renegadenation.wordpress.com/3231/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=renegadenation.wordpress.com&amp;blog=10541684&amp;post=3231&amp;subd=renegadenation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Verflixte Zahlen</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Aug 2011 06:09:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Heléne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Arheilgen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die (fast quantenphysische ) Verwirrung beim Darmstädter Echo um das Alter Arheilgens geht weiter: Arheilgen ist einer der ältesten Darmstädter Stadtteile. „Araheiligon“ hieß er vor mehr als tausend Jahren. So steht es jedenfalls in einem Zinsregister, das in einem Evangeliar der Abtei Seligenstadt aus dem neunten Jahrhundert gefunden wurde. Dabei ist dies ja nur die erste urkundliche [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=renegadenation.wordpress.com&amp;blog=10541684&amp;post=3310&amp;subd=renegadenation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die (fast quantenphysische <img src='http://s1.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ) Verwirrung beim Darmstädter Echo um das Alter Arheilgens geht weiter:</p>
<blockquote><p>Arheilgen ist einer der ältesten Darmstädter Stadtteile. „Araheiligon“ hieß er vor mehr als tausend Jahren. So steht es jedenfalls in einem Zinsregister, das in einem Evangeliar der Abtei Seligenstadt aus dem neunten Jahrhundert gefunden wurde. Dabei ist dies ja nur die erste urkundliche Erwähnung; die Ansiedlung ist sicher viel älter.<br />
<a href="http://www.echo-online.de/region/darmstadt/Arheilger-Jubilaeum-Hunderte-tummeln-sich-im-Festzelt;art1231,2099041">http://www.echo-online.de/region/darmstadt/Arheilger-Jubilaeum-Hunderte-tummeln-sich-im-Festzelt;art1231,2099041</a></p></blockquote>
<p>Der letzte Satz klingt fast so, als hätte er das bei mir gelesen. <img src='http://s1.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Trotzdem ist in dem einen Absatz quasi alles falsch. Dass man das schöne, vom Durchschnittsbürger kaum benutzte Wort &#8222;Evangeliar&#8220; verwendet, wirkt sehr kompetent. Blöd nur, dass dieses Evangeliar eben <em>nicht</em> aus dem 9., sondern aus dem 11. Jahrhundert stammt (bzw. um 100% korrekt zu sein: der Teil des Evangeliars, der die Ersterwähnung Arheilgens enthält). Naja, kleiner Fehler mag man denken? Ja, etwa so ein kleiner Fehler, als würde man schreiben Helmut Kohl war 1792 Deutscher Bundeskanzler. Kleinigkeit also.</p>
<p>Arheilgen ist aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht einer &#8222;der ältesten Darmstädter Stadtteile&#8220;, auch wenn Darmstadt selbst später erwähnt wird. Ganz im Gegenteil: von den Stadtteilen, die ihren Ursprung in historischen Orten haben, also Darmstadt, Bessungen, Eberstadt, Wixhausen und Arheilgen, ist sicherlich bestenfalls Wixhausen jüngeren Ursprungs.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://renegadenation.wordpress.com/category/geschichte/'>Geschichte</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/renegadenation.wordpress.com/3310/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/renegadenation.wordpress.com/3310/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/renegadenation.wordpress.com/3310/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/renegadenation.wordpress.com/3310/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/renegadenation.wordpress.com/3310/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/renegadenation.wordpress.com/3310/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/renegadenation.wordpress.com/3310/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/renegadenation.wordpress.com/3310/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/renegadenation.wordpress.com/3310/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/renegadenation.wordpress.com/3310/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/renegadenation.wordpress.com/3310/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/renegadenation.wordpress.com/3310/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/renegadenation.wordpress.com/3310/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/renegadenation.wordpress.com/3310/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=renegadenation.wordpress.com&amp;blog=10541684&amp;post=3310&amp;subd=renegadenation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Ein paar Erkenntnisse zum Burg-Frankenstein-Mythos</title>
		<link>http://renegadenation.wordpress.com/2011/08/06/ein-paar-neue-erkenntnisse-zum-burg-frankenstein-mythos/</link>
		<comments>http://renegadenation.wordpress.com/2011/08/06/ein-paar-neue-erkenntnisse-zum-burg-frankenstein-mythos/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 06 Aug 2011 18:15:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Heléne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frankenstein]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Burg Frankenstein]]></category>
		<category><![CDATA[Johann Konrad Dippel]]></category>
		<category><![CDATA[Radu Florescu]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Scheele]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mal die Möglichkeiten des Google News Archive Search getestet und bin auch gleich auf so einiges gestoßen, das etwas Licht darauf wirft, wie es eigentlich dazu kam, dass ausgerechnet &#8222;unsere&#8220; Burg Frankenstein zur Heimat des Monsters erklärt wurde, obwohl es tatsächlich überhaupt keinen Hinweis darauf gibt, dass Mary Shelley die Burg überhaupt kannte. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=renegadenation.wordpress.com&amp;blog=10541684&amp;post=3282&amp;subd=renegadenation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mal die Möglichkeiten des <a href="http://news.google.com/archivesearch">Google News Archive Search</a> getestet und bin auch gleich auf so einiges gestoßen, das etwas Licht darauf wirft, wie es eigentlich dazu kam, dass ausgerechnet &#8222;unsere&#8220; Burg Frankenstein zur Heimat des Monsters erklärt wurde, obwohl es <a href="http://www.renegadenation.de/darmstadt/frankenstein.html">tatsächlich überhaupt keinen Hinweis darauf gibt, dass Mary Shelley die Burg überhaupt kannte</a>.</p>
<p>Einige Erkenntnisse habe ich dabei ziehen können, die ein paar meiner ursprünglichen Aussagen dazu etwas revidieren, vor allem die Frage, seit wann die Burg als Ursprung von Shelleys Roman bezeichnet wird, und die Frage, wer zuerst eine Verbindung zwischen dem Alchemisten Johann Konrad Dippel und Victor Frankenstein zog. Dies war keineswegs der Historiker Radu Florescu, wie ich bislang angenommen hatte (und er selbst auch behauptet). Auch die <a href="http://renegadenation.wordpress.com/2009/11/22/eine-absurde-these-geht-um-die-welt/">hier angegebene Chronologie</a> stimmt für die Jahre 1950 bis 1975 nicht.</p>
<p><span id="more-3282"></span></p>
<p>Die älteste Erwähnung, die ich bislang finden konnte, <a href="http://news.google.com/newspapers?id=bzsmAAAAIBAJ&amp;sjid=rP4FAAAAIBAJ&amp;pg=4890,2378456&amp;dq=frankenstein-castle&amp;hl=en">stammt vom 11. November 1952 und erschien in &#8222;Washington Afro-American&#8220; in dem Artikel einer Mabel Alston</a>. Die Autorin weiß noch nichts von den obskuren Legenden, nichts von einem Monster, das durch den Wald streichen soll, und auch nichts von Johann Konrad Dippel als Inspiration für Mary Shelley. Der faszinierte Schauder, den der Name Frankenstein bei US-Amerikanern damals hervorrief, ist aber schon deutlich zu spüren, denn die Beschreibung der Burgruine hat wenig mit der Realität zu tun. Da ist von einem &#8222;weird place&#8220;, also einem &#8222;eigenartigen Ort&#8220; die Rede und davon, dass allein die Anreise aufgrund der &#8222;kurvigen&#8220;, &#8222;engen und ungesicherten&#8220; Straße schon ein &#8222;Horror&#8220; für sich wäre.</p>
<p>Immer wieder bemüht sich Alston die nicht vorhandene Besonderheit der Burg herauszuarbeiten, so spricht sie davon, dass es jenseits der Vorstellungskraft wäre, wie Menschen so viel Material den &#8222;Berg&#8220; hinaufschaffen konnten, um solch eine Burg zu errichten. Wenn wir von &#8222;weird&#8220;, also eigenartig oder sonderbar sprechen, dann ist es wohl diese Aussage, die angesichts der unzähligen Burgruinen ähnlichen Alters, die überall in Deutschland auf solchen Erhebungen wie dem Frankenstein zu finden sind, verdammt ignorant wirkt. Das ist nicht jenseits der Vorstellungskraft, sondern war mittelalterliches Bauwesen.</p>
<p>Wenn Alston dann noch davon spricht, dass sich &#8220;the original name plate&#8220;, also das Original-Namensschild von &#8222;Dr. Frankenstein&#8220; immer noch am Toreingang befände, wird der Artikel sogar unfreiwillig komisch.</p>
<p>Beim für geistig gesunde Menschen eher idyllischen Baum im Burghof imaginiert Alston drohende Gefahren, die in seinem Schatten lauern, und einen Dr. Frankenstein, der in einem langen, dunklen Umhang vor den wütenden Dorfbewohnern flieht. <em>Muahahahaha</em>, möchte man ausrufen, doch bei genauer Betrachtung ist der Artikel sehr interessant, denn Alston hat sich hier ganz offensichtlich keineswegs auf obskure Gerüchte berufen, wie das später Florescu tun wird, sondern lediglich die Eindrücke ihres Besuchs der Ruine geschildert. Auch mit historischen Fakten beschäftigt sie sich nicht (abgesehen von der falschen Behauptung, die Burg sei 900 Jahre alt). Sie lässt lediglich im Angesicht der Ruine ihrer Phantasie freien Lauf, beflügelt durch die explizit erwähnten Filme &#8222;Frankenstein&#8220; (gemeint ist wohl der Film aus dem Jahr 1931) und &#8222;Frankensteins Braut&#8220;.</p>
<p>Man sieht hier also bereits, dass gerade amerikanische Journalisten sehr krampfhaft aus der Burg eine besondere Sehenswürdigkeit machen wollten, einfach nur, weil sie zufällig so heißt wie ein Film, der sie in ihrer Jugend fasziniert hatte. Es scheint, als hätte erst die Präsenz des amerikanischen Militärs in unserer Gegend die Geschichte zum Laufen gebracht und sich dann in einer Eigendynamik verselbstständigt. Das würde auch erklären, warum ausgerechnet unsere Burg Frankenstein als Ursprung auserkoren wurde. Die pfälzische Burg gleichen Namens liegt im ehemalig französischen Besatzungsgebiet.</p>
<p>Aber nicht nur in Amerika verbreitete sich dieser Mythos rasant, während er der deutschen Bevölkerung in der direkten Umgebung der Burg noch eine ganze Weile völlig unbekannt blieb, auch die Briten arbeiteten mit. Die <a href="http://news.google.com/newspapers?id=gUQyAAAAIBAJ&amp;sjid=iOkFAAAAIBAJ&amp;pg=4673,5147611&amp;dq=frankenstein-castle&amp;hl=en">Miami News erwähnt in einem Artikel vom 26. Juni 1960</a>, dass die British Overseas Airways Corporation, ein Vorgänger von British Airways, die Burg als die Heimat des echten Frankenstein Monsters anpreisen würde. Leider ist die Quellangabe zu vage, um genaueres darüber herauszufinden, auf wen sich die BOAC dabei berufen hat.</p>
<p>Der Artikel jedoch, dessen Behauptungen etliche andere Zeitungen in den Folgejahren wiederholen und zum Teil noch ausbauen werden, ist jedoch auch für sich genommen bemerkenswert. Nicht allein, dass dort behauptet wird, die Frankenstein-Geschichte beruhe auf einem deutschen Mythos mit historischen Fakten als Grundlage, es wird vor allem eine völlig unbekannte Sage erzählt, die allem Anschein nach ihren Ursprung in der Sage vom Ritter Georg und dem Lindwurm hat, mit diesem aber faktisch nichts mehr gemein hat.</p>
<p>Angesiedelt ist die Geschichte im 16. Jahrhundert (Ritter Georg von Frankenstein starb 1531). In jener Zeit sollen Menschen, die sich nachts ins Freie trauten am nächsten Morgen tot aufgefunden worden sein, ihre Leichen fürchterlich entstellt. Die Bauern der Gegend beschlossen daher, Jagd auf den Mörder zu machen. Sie kamen auf ein Feld nahe des Waldes, als sich plötzlich der Himmel verdunkelte. Sie wandten sich um und sahen ein fürchterliches Monster, das seinen Schatten auf sie warf. Nach einer wilden Flucht baten sie &#8222;Baron Frankenstein&#8220; um Hilfe, der seinen Sohn, einen Ritter, losschickte, das Monster zu jagen.</p>
<p>Am nächsten Morgen fand man den enthaupteten Körper des Ritters in einem Teil des Waldes, der aussah, als hätte ein Sturm ihn verwüstet. Das Monster blieb daraufhin verschwunden, aber in der Kapelle der Burg könnte man heute noch Überreste des Kampfes ausgestellt sehen, zusammen mit einer Büste des jungen Ritters, die jemand angefertigt haben soll, der ihn persönlich kannte.</p>
<p>Vieles fällt auf an der Geschichte. Zunächst einmal, dass sie in keiner vor Ort entstandenen Veröffentlichung erschienen ist. So etwas sollte immer skeptisch machen, wenn angebliche Legenden aus dörflicher Folklore in fernen Ländern die Runde machen, am angeblichen Entstehungsort aber unbekannt sind. Dass man zudem vor Ort irgendwelche Dinge sehen könnte, die es in Wahrheit gar nicht gibt, macht deutlich, dass hier irgendwas nicht stimmen kann.</p>
<p>Stellenweise scheint diese Geschichte einige rudimentäre (man könnte auch sagen &#8222;furchtbar entstellte&#8220;) Anleihen bei der Sage vom Ritter Georg zu nehmen. So spielen beide Geschichte im 16. Jahrhundert, ein junger Ritter von Frankenstein nimmt den Kampf gegen ein Monster auf und stirbt dabei. Ritter Georg der tatsächlichen Sage tötet den Drachen, in dem Zeitungsartikel taucht das Monster nach dem Kampf nicht mehr auf. Von Ritter Georg existiert das Grabmal, das heute noch besichtigt werden kann, vom Ritter des Zeitungsartikels eine Büste. Einen gewissen Einfluss scheint die Sage vom Ritter Georg also durchaus auf diese Geschichte gehabt zu haben.</p>
<p>Der Rest dürfte jedoch in erster Linie durch die Frankenstein Filme inspiriert sein. Der sehr visuelle Horror (ein sich plötzlich verdunkelnder Mond und der Schatten, der auf die Dorfbewohner fällt) erinnert an die teils expressionistischen Stilmittel der frühen Horrorfilme und nicht an Shelleys Roman oder gar tatsächliche Legenden der deutschen Folklore.</p>
<p>Woher auch immer diese Geschichte ursprünglich stammte, sie machte in den Folgejahren schnell die Runde und wurde wieder und wieder in unterschiedlichen Fassungen publiziert. <a href="http://news.google.com/newspapers?id=ghErAAAAIBAJ&amp;sjid=I5wFAAAAIBAJ&amp;pg=6295,4302665&amp;dq=the+medieval+buildung+still+belongs+to+the+barons+frankenstein&amp;hl=en">Schon am 26. November 1961 behauptete ein Steve Libby </a>in der Tageszeitung <em><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Reading_Eagle">Reading Eagle</a></em>, dass Mary Shelley &#8222;zweifellos&#8220; von den Mythen der Frankensteiner gehört hatte. Dann gibt er dieselbe Geschichte zum Besten wie die Miami News knapp anderthalb Jahre zuvor, nahezu wörtlich, ein Beleg, wie weit sich diese unsinnige Geschichte bereits verbreitet hatte. Wie unwissend jener Steve Libby war, offenbart ein Satz in seinem Artikel: &#8222;The medieval building still belongs to the Barons Frankenstein&#8220; (&#8222;Der mittelalterliche Bau gehört immer noch den Baronen Frankenstein&#8220;). Hier wird klar, dass eine Geschichte ungeprüft einfach übernommen wurde und da alles ohne Quellenangabe ist, ist es heute schwer den Ursprung zu identifizieren.</p>
<p>Etwa ein Jahr später, <a href="http://news.google.com/newspapers?id=iE4nAAAAIBAJ&amp;sjid=IVIDAAAAIBAJ&amp;pg=6676,4177035&amp;dq=frankenstein-castle&amp;hl=en"> am 28. Oktober 1962</a>, taucht dann erstmals in diesem Zusammenhang der Name Johann Konrad Dippel auf. Irgendwie zumindest. Wie schlecht auch dieser Artikel recherchiert wurde, zeigt sich daran, dass Dippel &#8222;ein zweifelhafter Alchemist namens Gippel&#8220; [sic!] genannt wird. Hier finden sich dann erste Züge von der Mär, die Florescu dann noch weiter ausbauen wird. So heißt es:</p>
<blockquote><p>&#8222;Mary Wolstonecraft Shelley, die zweite Frau des Dichters Percy Bysshe Shelley, hörte von Gippel und seinen Experimenten im frühen 19. Jahrhundert und wurde davon inspiriert, ihren Horrorklassiker &#8216;Frankenstein, oder der moderne Prometheus&#8217; zu schreiben.&#8220;</p></blockquote>
<p>Leider wird auch hier wieder nicht erwähnt, auf wen man sich mit dieser Aussage eigentlich beruft.</p>
<p>Inhaltlich strotzen diese Artikel so von Fehlern, dass es ein bisschen den Eindruck hinterlässt wie zu jener Zeit als antike griechische Historiker, die ihr Land nie verlassen hatten, über das unzivilisierte Germanien schrieben. Erst ein in unzähligen Zeitungen veröffentlichter <a href="http://news.google.com/newspapers?id=x-VVAAAAIBAJ&amp;sjid=IOEDAAAAIBAJ&amp;pg=6973,5299679&amp;dq=frankenstein-castle&amp;hl=en">Artikel der Associated Press bzw. des erst kürzlich verstorbenen Korrespondenten Hanns Neuerbourg</a> aus dem Jahr 1966 bringt als einer der wenigen seriösen Artikel etwas Licht in die Frage, was damals eigentlich genau geschehen ist.</p>
<p>Anlass des Artikels war der Restaurantneubau, der da noch als Hotel angekündigt war. Interessant ist die Aussage von Gerhard Meissner (wer das genau ist, muss ich noch mal recherchieren, aber wahrscheinlich der damalige Pächter):</p>
<blockquote><p>&#8222;Wir hoffen, dass wir den Besuchern fast alles bieten können, das heißt alles außer dem Monster. Das ist alles erfunden. Bis zu 50% aller Leute, die hierher kommen, sind Amerikaner. Sie fragen uns oft, wo das Frankenstein Monster gelebt hat. Und alles, was ich ihnen sagen kann, ist, dass wir damit nichts zu tun haben. Ich muss doch die Wahrheit sagen, oder?&#8220;</p></blockquote>
<p>Nun, zumindest was den letzten Satz betrifft, hat sich die Philosophie der Verantwortlichen heute deutlich geändert. Was man aber aus diesem Zitat herauslesen kann, ist, dass es normalerweise nur Amerikaner waren, die nach Frankensteins Monster gefragt haben. Deutsche Besucher sahen diese Verbindung damals üblicherweise noch nicht, was bemerkenswert ist, wenn man bedenkt, dass Florescu, Scheele &amp; Co. sich auf angeblich uralte Ortslegenden berufen.</p>
<p>Die Fertigstellung des Restaurants im Jahr 1970 zog dann eine Reihe von weiteren Artikeln nach sich. Besonders hervorzuheben ist jener <a href="http://news.google.com/newspapers?id=dRgfAAAAIBAJ&amp;sjid=LJwEAAAAIBAJ&amp;pg=7245,2564437&amp;dq=castle-frankenstein&amp;hl=en">eines Washington Post Journalisten mit dem drolligen, aber treffenden Nachnamen Goshko</a>.</p>
<p>Dieser Artikel wurde in verschiedenen amerikanischen Zeitungen inhaltsgleich abgedruckt, lediglich die Überschriften waren unterschiedlich. Die architektonische Gestaltung des Restaurants war häufiger kritisiert wurden, da diese Form nicht so recht zu dem mittelalterlichen Gebäude passen wollte, Goshkos Ansatz ist jedoch bewusst der angebliche Verlust des Horrorflairs durch den Neubau. Hier scheint eine Menge Enttäuschung durchzublitzen, dass die Burgruine eben nicht das ist, was man sich in den USA seit etwa 20 Jahren selbst suggeriert hat. Nicht die schlecht recherchierten und teilweise aus verschiedenen Motiven zusammenfabulierten Artikel sind schuld, sondern das neue Restaurant. Unüberhörbar wird deutlich, dass der Amerikaner auf Burg Frankenstein keine Annehmlichkeiten, sondern den Horror erleben will.</p>
<p>Besonders interessant sind aber Goshkos Ausführungen zu dem, was &#8222;local historians&#8220; über die Verbindung Shelley und Burg Frankenstein angeblich sagen. Folgt man diesen Ausführungen gibt es nur zwei Erklärungsmodelle. Die einen gingen davon aus, dass Shelley die Burg sah oder zumindest davon gehört hatte. Die anderen, dass sie Johann Konrad Dippel zum Vorbild nahm. Leider nennt Goshko nicht einen dieser &#8222;Lokalhistoriker&#8220; beim Namen. Es wäre interessant zu erfahren, wer das damals hier behauptet haben will. Veröffentlichungen aus dieser Zeit, die solch eine Verbindung nahelegen, scheint es zumindest keine zu geben. Erst mit Florescus Buch &#8222;In Search of Frankenstein&#8220; beginnt ab 1975 eine ernsthafte Diskussion über die möglichen Verbindungen zwischen Dippel und Victor Frankenstein. Verbindungen, die aber faktisch nicht existieren oder bestenfalls aus Halbwahrheiten konstruiert wurden, wie ich schon mehrfach ausführlich ausgeführt habe.</p>
<p>Übrigens, in <a href="http://news.google.com/newspapers?id=uWRNAAAAIBAJ&amp;sjid=DfsDAAAAIBAJ&amp;pg=4505,1652282&amp;dq=dippel+florescu&amp;hl=en">einem Interview von 1976</a> gibt Florescu ganz offen seine Motivation für &#8222;In Search of Frankenstein&#8220; an:</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich schrieb Bücher, die niemand las. Ich wäre glücklich gewesen, wenn meine Vorlesung &#8216;Ein Überblick der Geschichte des Balkans&#8217; von 30 Studenten besucht worden wäre.&#8220;</p></blockquote>
<p>Dann veröffentlichte er &#8222;In Search of Dracula&#8220; und hielt seither Vorträge in den ganzen USA vor vollbesetzten Sälen. <em>In Search of Frankenstein</em> war bewusst als Nachfolgebuch konzipiert. Die &#8222;In Search of &#8230;&#8220;-Buchreihe (außer Dracula und Frankenstein behandelte Florescu später noch Dr. Jekyll und Mr. Hyde sowie den Rattenfänger von Hameln) ist also das Produkt eines frustrierten Hochschulprofessors, der damit den Weg aus seinem Alltagstrott fand und es mit der Seriösität seiner Quellen nicht so genau nahm, nur um nicht wieder vor weniger als 30 Studenten Vorträge halten zu müssen.</p>
<p><strong>Nachtrag vom 07.08.2011:<br />
</strong>Der Artikel der Miami News, der die BOAC als Quelle erwähnt, findet sich nahezu wörtlich bereits knapp einen Monat zuvor am <a href="http://news.google.com/newspapers?id=t_oxAAAAIBAJ&amp;sjid=SeQFAAAAIBAJ&amp;pg=4203,6869644&amp;dq=should-someone-go-out-at-night-his-body-would-be-found-the-next-morning&amp;hl=en">28. Mai 1960 im Ottawa Citizen</a>. Interessant ist, dass hier die Einleitung noch etwas anders ist. Dort heißt es nämlich:</p>
<blockquote><p>Wussten Sie, dass sich nur eine halbe Stunde Fahrt südlich von Frankfurt, eines der verschiedenen europäischen Ziele der British Overseas Airways Corporation, die Heimat des echten Frankenstein Monsters befindet?</p></blockquote>
<p>Das klingt also gar nicht mehr so, als würde die BOAC das behaupten, sondern lediglich wie ein Touristentipp.</p>
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		<title>Seltsames der Darmstädter Wasserburg</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Jul 2011 13:46:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Heléne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Darmundestat]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Grafen von Katzenelnbogen]]></category>
		<category><![CDATA[Schloss]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich grüble seit einigen Tagen über den ursprünglichen Aufbau der Darmstädter Wasserburg. Irgendwie passt das alles nicht so recht zusammen. Hier mal ein paar Gedanken, ungeordnet, einfach so, wie sie mir gerade kamen (auf grobe Denkfehler darf gerne aufmerksam gemacht werden). Zunächst eine kurze Übersicht &#8211; nur ganz grob. Da es nur Rückschlüsse aus dem späteren Bestand gibt, ist [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=renegadenation.wordpress.com&amp;blog=10541684&amp;post=3257&amp;subd=renegadenation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich grüble seit einigen Tagen über den ursprünglichen Aufbau der Darmstädter Wasserburg. Irgendwie passt das alles nicht so recht zusammen. Hier mal ein paar Gedanken, ungeordnet, einfach so, wie sie mir gerade kamen (auf grobe Denkfehler darf gerne aufmerksam gemacht werden).</p>
<p><span id="more-3257"></span></p>
<p>Zunächst eine kurze Übersicht &#8211; nur ganz grob. Da es nur Rückschlüsse aus dem späteren Bestand gibt, ist viel Vermutung dabei, deshalb hab ich mir auch gar nicht erst allzu große Mühe gemacht und nur von meinem <a href="http://renegadenation.wordpress.com/2011/03/08/modell-darmstadter-schloss-ca-1400/">Schlossmodell für 1400</a> &#8222;zurückgebaut&#8220;. Also bitte nicht über Fehler im Detail beschweren, es geht nur darum, dass man weiß, wovon ich überhaupt spreche.</p>
<p><a href="http://renegadenation.files.wordpress.com/2011/07/wasserburg.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-3260" title="wasserburg" src="http://renegadenation.files.wordpress.com/2011/07/wasserburg.jpg?w=300&#038;h=254" alt="" width="300" height="254" /></a></p>
<p style="text-align:left;">Auf den ersten Blick fallen verschiedene Dinge auf. Zunächst natürlich die große unbebaute Fläche im Innenhof. Das ist jedoch &#8211; denke ich &#8211; vernachlässigbar, denn wahrscheinlich war der Hof doch ziemlich dicht bebaut, nur dass außer dem Palas im Nordwesten (der im heutigen Herrenbau aufgegangen ist) die Gebäude schlicht komplett in Holzbauweise errichtet worden waren und so nichts davon übrig geblieben ist, was sich heute noch nachweisen ließe. Die Burg wurde zwar sicher von Darmstadt (das da noch ein kleines Dorf war) und dem unmittelbaren Umland versorgt, wird aber einige Wirtschaftsgebäude auch auf dem Burggelände selbst gehabt haben, und sei es nur ein paar kleine Ställe.</p>
<p>Dann ist aber der Aufbau etwas seltsam. Nehmen wir zunächst den Palas (mit 1 markiert). Dass er direkt auf die Mauer gesetzt wurde, ist nicht ungewöhnlich. Das sparte Baumaterial und benötigte geringeren Bauplatz. Fraglich ist, warum man den Palas nicht von Anfang an auch nördlich auf die Mauer gesetzt hat. Stattdessen hat man ihn nach Süden in die Länge gezogen und so einen ziemlich schiefen Grundriss erzeugt, weil man sich an der Mauer orientieren musste. Sehr praktisch war das sicher nicht. Und wieso machte die Mauer da überhaupt so einen Knick?</p>
<p>Richtig rätselhaft aber ist der Standort des Bergfrieds (Nr. 2 auf dem Bild). Bergfriede stehen normalerweise innerhalb der inneren Mauer, oft im Zentrum der Anlage, wie sich das sehr schön in der <a href="http://www.marksburg.de/frame.htm">Marksburg bei Braubach</a> beobachten lässt, die ebenfalls wie die Darmstädter Burg von den Grafen von Katzenelnbogen etwa zur selben Zeit gebaut wurde und somit zum Vergleich herangezogen werden kann. Besonders der <a href="http://www.marksburg.de/plan.htm">Grundriss jener Burg</a> und das enge &#8222;Gewühl&#8220; rund um den Bergfried herum ist interessant. Warum war das in Darmstadt nicht so? Platzgründe kann es keine gehabt haben, die Marksburg ist in ihrem ursprünglichen Kernbereich nicht größer gewesen.</p>
<p>Dass der Darmstädter Bergfried in die südöstliche Ecke der Innenmauer integriert war, ist also eher ungewöhnlich. Dieser Bauplatz scheint einen weiteren, etwas kleineren Turm an der Westseite (Nr. 3) nötig gemacht zu haben, wobei es sich hier auch nur um eine halbrunde Bastion gehandelt haben könnte.</p>
<p>Sucht man nach einem vergleichbaren Aufbau einer Burg, stößt man vielleicht auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_M%C3%BCnzenberg">Burg  Münzenberg</a>. Auch diese hat zwei solcher Wehrtürme, auch hier den größeren im Osten der Anlage, den kleineren im Westen, aber ebenso wie der Darmstädter leicht nördlich versetzt. Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hagen-M%C3%BCnzenberg">Münzenberger</a> waren kaiserliche Vögte des Wildbanns Dreieich. Zumindest von ihren Nachfolgern bzw. Erben, den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Falkenstein_(Hessisches_Adelsgeschlecht)">Herren von Falkenstein</a>, wissen wir, dass diese noch nach dem Bau der Darmstädter Burg nicht unerhebliche Rechte und Grundbesitz in Darmstadt und Umgebung hatten, was sie und ihre Erben nach und nach an die Katzenelnbogener abgeben mussten. Stammt die ursprüngliche Burganlage also vielleicht gar von den Münzenbergern und die Katzenelnbogener haben sie nur übernommen?</p>
<p>Konkrete Hinweise dafür gibt es nicht und bei naher Betrachtung erschöpfen sich die Parallelen zwischen der Burg Münzenberg und der Wasserburg Darmstadt auch schnell. Die Burg Münzenberg ist eine große, längliche Anlage, die Burg Darmstadt klein und kompakt. Letztendlich stimmen die Positionen der Wehrtürme nicht einmal, denn anders als in Darmstadt sind die Türme in Münzenberg sehr wohl innerhalb des Mauerrings und nicht in diesem integriert.</p>
<p>Und warum war der Bergfried eigentlich überhaupt nach Südosten ausgerichtet? Also genau dorthin, wo das Dorf im Osten und die Burgmannenhöfe im Süden waren, aber nicht nach Norden oder Westen, von wo ein Angriff auf die Burg wohl mit größerer Wahrscheinlichkeit erfolgt wäre.</p>
<p>Hier gibt es vielleicht eine Lösung: schaut man sich die Entfernungen zwischen dem Bergfried und den &#8222;Ecken&#8220; des Schlossgrabens genauer an, so kann man feststellen, dass alle Ecken, die von der Siedlung fortwiesen, also die Nordostecke, die Nordecke, die Nordwestecke und die Südwestecke, die ursprünglich weiter nördlich lag als heute, ungefähr gleich weit vom Bergfried entfernt waren. Möglich also, dass das der Verteidigungsaspekt des Bergfrieds war und dass er entgegen dem ersten Eindruck gerade nach Norden und Westen perfekt ausgerichtet war. Auch die fünfeckige Form der Anlage ließe sich so zumindest für die Nordhälfte erklären.</p>
<p>Möglicherweise war dieser Aspekt so wichtig, dass ihm alles andere unterworfen wurde und der Bergfried wurde deshalb mit in den Mauerring gesetzt, weil man sonst nach Süden nicht genug Platz gehabt hätte, denn anders als heute fiel das Gelände damals zum Marktplatz hin deutlich ab. Außerdem war eine größere Anlage natürlich auch teurer.</p>
<p>Und warum ist der Zwinger im Osten so groß? Okay, zunächst einmal ist mein Bild an der Stelle fehlerhaft. So schief war die innere Mauer da nicht. Ich hab das jetzt im Nachhinein nicht mehr korrigieren können, ohne die ganze Mauer neu machen zu müssen. Aber man kann sich&#8217;s vorstellen: die beiden östlichen Mauern verliefen zunächst nahezu parallel, bevor die innere Mauer dann etwa auf der Höhe, wo sich heute der Eingang zum Kirchenbau befindet nach Westen abknickte. Wieso war der Zwinger an dieser Stelle so viel breiter als an den anderen Stellen? So breit, dass man später dort sogar Gebäude hinstellte. Auch hierauf fehlt mir bislang eine überzeugende Antwort.</p>
<p>Anders ist der südliche Zwinger: dort ist es kein Fehler meinerseits, die beiden Mauern verliefen tatsächlich nicht parallel. Ob es nun ganz so extrem war wie auf dem Bild, sei dahingestellt, aber der Zwinger verengte sich nach Westen hin deutlich. Warum? Gut möglich, dass der Innenhof später erweitert wurde. Zieht man nämlich vom Bergfried aus eine Linie parallel zur Außenmauer verfehlt man den kleinen Turm nur knapp. Dass diese beiden zentralen Verteidigungsbauwerke relativ direkt miteinander verbunden waren, ist nicht allzu abwegig. Es würde auch erklären, wieso wir so lange keine Hinweise darauf haben, wofür die Südwestecke des Innenhofs genutzt wurde. Sie existierte vielleicht erst kurz bevor sie mit dem Weißesaalbau bebaut wurde.</p>
<p>Besonders seltsam ist die Mauer innerhalb des Zwingers (Nr. 4). Einige Reste davon konnte ich mir dank der aktuellen Arbeiten im Schlosshof und dem dadurch aufgerissenen Boden einmal näher ansehen. Der Sinn und Zweck hat sich mir aber nicht so recht erschlossen. Klar, es könnte dazu gedient haben, Besucher, die durch das Nordtor kamen, in den östlichen Zwinger zu geleiten. So befand sich beispielsweise in späteren Zeiten ein Backhaus im östlichen Zwinger und die von Außen kommenden Bediensteten hätten mit dieser Mauer davon abgehalten werden können, sich in den anderen Zwingerbereich zu begeben, vielleicht gar unter das Fenster des Grafen. Aber die Mauer scheint schon ursprünglicher Bestandteil der Wasserburg gewesen zu sein und da gab es wohl noch keine Bäckerei im Zwinger.</p>
<p>Ob der südliche Wall durchbrochen war oder der Eingang wie im Norden durch einen kleinen Tunnel führte, sei ebenfalls dahingestellt. Einen Südausgang muss die Burg aber gehabt haben. Immerhin lagen die Burgmannenhöfe in dieser Richtung. Ein manchmal vermuteter östlicher Ausgang halte ich für wenig wahrscheinlich.</p>
<p>Bleibt der Nordausgang und der wirft ebenfalls Fragen auf. Nach Georg Haupt hatte dieser niemals eine Zugbrücke, war also wohl nur durch ein Fallgitter geschützt. Ausgerechnet auf der wahrscheinlichsten Angriffsseite? Das wäre eine Einladung zur leichten Erstürmung der Burg! Deshalb gehen die meisten Darstellung aus dieser Zeit davon aus, dass es diesen Nordausgang im 13. Jahrhundert noch nicht gab und er erst entstanden ist, als man das nördliche Gelände wohl in der Mitte des 15. Jahrhundertes zu einer Art Vorhof mit Gärten und Wirtschaftsgebäuden zu nutzen begann, die von einer Mauer mit Zugbrücke geschützt waren und so den Nordwall des Schlosses an Bedeutung verlieren ließen.</p>
<p>Das wäre auch plausibel, wäre da nicht diese seltsame Mauer innerhalb des Zwingers, die zum ursprünglichen Bestand der Burg zu gehören scheint. Sie hat an einer Stelle eine Öffnung nach Norden und legt damit nahe, dass es schon zu Beginn zwei Schlossausgänge gab. Vielleicht war ja doch eine Zugbrücke vorhanden, die man nach der Schlosserweiterung abbaute? Eine Nordsüdachse des Schlosses würde ja insoweit durchaus Sinn machen, da dies auch der Verkehrsweg war. Die Bergstraße verlief an der Stadtkirche vorbei und dann entweder über den östlichen Teil des Marktplatzes am Schloss vorbei oder (wahrscheinlicher) quer über die heutige Landgraf-Georg-Straße und dann östlich am heutigen Darmstadtium vorbei. Eine Anbindung an diese Straße wäre mit einem Nordausgang des Schlosses am effektivsten zu bewerkstelligen gewesen. Vielleicht erklärt sich so auch der breitere Zwinger. Er wäre dann von Anfang an als Zugang zur Burg gedacht gewesen und nicht nur reine Verteidigungsanlage.</p>
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